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Puppen und Spielwaren aus Ohrdruf

Es ist heute nicht mehr festzustellen, wie viele unserer Ur- und Ururgroßmütter und –väter in diesem, in Ohrdruf sehr stark verbreiteten Industriezweig, ihren Lebensunterhalt verdient haben.  Es kann jedoch mit Sicherheit davon ausgegangen werden, dass sich fast in jeder Ohrdrufer Familie Vorfahren finden lassen, die irgendwann in einer der zahlreichen Porzellanfabriken  als Porzellangießer, -dreher oder –maler gearbeitet haben. Denn immerhin gab es in Ohrdruf im Laufe von fast 100 Jahren 6 Porzellanfabriken:  Bähr & Pröschild in der Gothaer Straße, Kestner & Co. in der Haberlandstraße, Hertel Schwab & Co. in der Suhler Straße, Kling und Co. in der Waldstraße, Kley & Hahn in der Bahnhofstraße sowie die Firma Alt, Beck & Gottschalk. Dazu kam die Firma Simon und Halbig in Gräfenhain. Auch für Frauen gab es Arbeit in den Ohrdrufer Puppenfabriken von Kley und Hahn oder bei der Firma Franz Kuhles am Michaelisplatz 4. Die Puppen brauchten Kleidung, mussten angezogen und verpackt werden.  Es gab auch Frauen, die sich eine eigene Existenz als „Puppenkopffriseuse“  aufbauen konnten. So finden wir im Adressbuch der Stadt Ohrdruf aus dem Jahre 1922 noch zehn „Puppenkopffriseusen“.

 

 

Neben der starken Puppen- und Porzellanindustrie gab es in Ohrdruf Hersteller von Spielwaren aus Holz, Pappe, Pappmaché und Metall. Immerhin hat Carl Eduard Meinung aus Ohrdruf das mit Naturfell bezogene Schaukelpferd erfunden. Für dieses Produkt bekam Meinung auf der Weltausstellung 1881 in Porto Alegre eine Goldmedaille. Bei zwei weiteren Ausstellungen in Amsterdam (1883) und Antwerpen (1891) konnte er Bronzemedaillen erringen. Kinder- und Puppenmöbel, Kaufmannsläden, Schubkarren, Schaukelstühle, Rodel und Eisenbahnen aus Holz komplettieren das Angebot der verschiedenen Hersteller. Die Firma CEBASO Ohrdruf fertigte neben Holzspielwaren auch Tretautos, Spielautos, Dreiräder, Schieb- und Puppenwagen aus Metall. Die Geschäftsbeziehungen der Firma reichten über ganz Europa sowie Süd- und Nordamerika. Die Firmen Franck & Co. und Carl Hanf & Co. haben Schwellköppe, Masken, Halbmasken Karnevals- und Dekorationsartikel aus Pappe, Pappmaché und Papier gefertigt.

 

 

Heute erinnern nur noch einige Originale, Kataloge und Bilder in den Archiven und Magazinen der Stadt an den Erfindungsreichtum Ohrdrufer Spielwarenhersteller. Nach über einhundert Jahren sind die kleinen Kinderlieblinge zu begehrten Sammlerstücken geworden und werden mit Preisen zwischen einhundert und mehreren tausend Euro gehandelt.

Die kleine, feine Ohrdrufer Puppen- und Bärenbörse  am 21. und 22. Oktober lädt Sie zu einer vergnüglichen Reise in die Vergangenheit ein. Holen Sie sich sachkundigen Rat für eventuelle Reparaturen oder lassen Sie ihren kleinen Liebling vom Experten taxen.