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Gedenkstätten auf dem Truppenübungsplatz

Das Kriegsgefangenenlager und der Soldatenfriedhof aus dem ersten Weltkrieg

 

Am 19. August 1914 kamen die ersten französischen Kriegsgefangenen in Ohrdruf an. Bereits am 26. August des Monats wurde die Zahl der hier liegenden Kriegsgefangenen mit 6.000 und weitere zwei Tage später mit 10.000 Mann beziffert. Die überwiegende Anzahl der Gefangenen waren Franzosen, Belgier, Polen, Russen, Rumänen und Portugiesen.

Das Gefangenenlager wurde in zwei Abschnitten gebaut. Im ersten Teil des Lagers, der etwa 10.000 Gefangene aufnehmen sollte, wurde für die Baracken ein massiver Unterbau hergestellt, auf dem die hölzernen Aufbauten errichtet wurden. Dieser erste Bauabschnitt bestand aus sieben Blocks. Jeder Block bestand aus zehn Mannschaftsbaracken für je 120 Gefangene, einer Küche, einem Waschraum und den nötigen Latrinen. Für alle Blocks existierte eine gemeinsame Desinfektionsanstalt. Das zweite Lager, welches ebenfalls für 10.000 Gefangene angelegt wurde, bestand aus zehn großen Holzbaracken. Diese Baracken waren jeweils in vier Segmente zur Aufnahme von 250 Mann unterteilt. Für die Baracken des zweiten Bauabschnitts wurde kein massiver Unterbau angelegt.

Die in größter Eile geschaffenen Latrinen waren über großen Gruben errichtet worden, welche täglich entleert werden mussten. Der Inhalt wurde in einer etwa einen Kilometer vom Lager entfernten Senke verkippt. Dieser Zustand war auf längere Zeit nicht tragbar. Im Sommer 1915 wurde deshalb eine neue Abortanlage gebaut. Diese umfasste 536 Toiletten mit Wasserspülung.

Ab Dezember 1914 wurden französische Gefangene zur Anlegung von Gleisen für eine Schmalspurbahn vom Bahnhof Ohrdruf zum neuen Barackenlager eingesetzt. Der Bau dieser Bahn war unentbehrlich geworden, weil die Menge der zu versorgenden Gefangenen in der gesamten Region für logistische Probleme sorgte. Die Versorgung mit Baumaterial, Lebensmitteln, Kleidung, der Transport und die Verteilung der vielen hundert Pakete, die täglich hier ankamen waren sonst nicht möglich.

Im Lager konnte nur mit dem eigens dafür hergestellten „Lagergeld" gezahlt werden.

Im Frühjahr 1916 war das Gefangenenlager Ohrdruf als solches nur noch schwach belegt, denn von diesem Zeitpunkt an wurden von der neutralen Schweiz und später auch von Holland Invalide und chronisch Kranke, die nicht arbeitsfähig waren, aufgenommen und interniert. Alle anderen wurden in Deutschland zur Arbeit eingesetzt.

Am 1. Mai 1916 informierte die Kommandantur des Kriegsgefangenenlagers die Stadtverwaltung Ohrdruf über die neuen Verhältnisse auf dem Truppenübungsplatz mit folgenden Worten: „Die Kommandantur teilt dem Magistrat ergebenst mit, dass das hiesige Lager aufgelöst ist und die Kommandos des dortigen Bezirkes nach dem Gefangenenlager Langensalza überwiesen worden sind."

Die medizinische Versorgung der Gefangenen wurde weitestgehend in eigener Regie durchgeführt. Nach einer Verfügung des stellvertretenden Generalkommandos wurde sämtliches in Gefangenschaft geratenes Sanitätspersonal feindlicher Staaten, mit Ausnahme evangelischer Franzosen und Belgier, in Ohrdruf untergebracht. Chefarzt des hiesigen Lazaretts, welches zeitweise über bis zu 1.000 Betten verfügte, war der deutsche Stabsarzt von Eggeling.

Trotz des Bemühens der Ärzte und des medizinischen Personals sind Gefangene ihren Verwundungen erlegen. Die Verstorbenen wurden unter Teilnahme von Kameraden auf dem neuangelegten Soldatenfriedhof beigesetzt. Die Auswahl eines geeigneten Platzes zur Anlegung eines Friedhofes war nicht einfach. Er sollte einerseits nicht zu weit vom Lager entfernt liegen, andererseits sollte er für die Gefangenen nicht immer präsent sein. Als der am besten geeignetste Platz erwies sich die kleine Senke am Zusammenfluss von Hoppach und Ohra. Insgesamt 654 Gefangene wurden hier bestattet:

• 7 Belgier

• 108 Engländer

• 93 Franzosen

• 66 Italiener

• 1 Pole

• 2 Portugiesen

• 36 Rumänen

• 334 Russen und

• 7 Gefangene unbekannter Nationalität.

Bei allen Beerdigungen wurde streng darauf geachtet, dass ein Geistlicher der jeweiligen Konfession des Toten an der Beisetzung teilnahm. Von einem deutschen Begleitkommando wurde für jeden zu Grabe getragenen Gefangenen eine, dem gefallenen Soldaten zustehende, Ehrensalve am offenen Grabe abgegeben.

Der Ohrdrufer Soldatenfriedhof wurde bis nach dem 2. Weltkrieg von der Ohrdrufer Bevölkerung gepflegt und in Stand gehalten. Nach Übernahme des Truppenübungsplatzes durch die Sowjetarmee war das Areal des Friedhofes nicht mehr für die Öffentlichkeit zugänglich. Über die Jahre ist die Anlage bei einem Großteil der Bevölkerung in Vergessenheit geraten.

Nach Abzug der letzten russischen Truppen im Herbst 1991 befand sich die gesamte Anlage in einem bedauernswerten Zustand. Was nicht mutwillig zerstört war hatte sich die Natur in 40 Jahren wieder zurückgeholt. Ab 1996 begann die Sanierung der gesamten Anlage in enger Zusammenarbeit zwischen der Bundeswehr, dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. und der Stadt Ohrdruf. Die feierliche Wiedereinweihung fand am 08. Juli 1998 statt.

 

The First World War prisoners camp and soldiers`cemetery

 

The first French prisoners of war arrived in Ohrdruf on 19 August 1914. By 26 August there were approximately 6,000 prisoners of war here, and by 28 August there were an estimated 10,000. The majority of the prisoners were French, Belgians, Poles, Russians, Romanians and Portuguese.

The prison camp was divided into two sections. The first section housed 10,000 prisoners in wooden barracks built over a large underground substructure. This section was made up of seven blocks, each containing ten barracks. Each barrack held 120 prisoners and included a kitchen, a washroom and latrines. There was also one disinfection facility which served all seven blocks. The second section of the camp - also built to hold 10,000 prisoners - consisted of ten large wooden barracks. Each barrack was divided into four parts, with 250 prisoners in each part. No substructure was built for the second section of the camp.

The hastily-built latrines were erected over large pits, which had to be emptied every day. The contents of these pits were dumped in a valley one kilometre away from the camp. This arrangement did not last for long, however. In the summer of 1915 a new toilet facility, with 536 flush toilets, was built.

Beginning in December 1914, French prisoners were used to build a narrow-gauge railway from the train station in Ohrdruf to the new camp. This railway connection proved indispensable in helping to overcome the inherent logistical difficulties associated with providing for so many people. The delivery to the camp of building materials, food and clothes, and the transport and distribution of the hundreds of packages that arrived in the camp every day, would not otherwise have been possible.

Specially-issued ‘camp money' was the only means of payment in the camp.

From the spring of 1916 the population of the camp fell significantly as the prisoners were sent to work throughout Germany. From this time onwards only invalids and the chronically ill from neutral Switzerland, and later Holland, were brought here.

On 1 May 1916, the commander of the prisoner of war camp informed the local authorities in Ohrdruf of the following developments: ‘the commander respectfully informs the magistrate that the local camp has been dissolved and that the commanders have been transferred to the Langensalza prison camp.'

As much as possible, the prisoners took charge of their own medical care. On the orders of the deputy general commander, medical personnel from enemy states, with the exception of protestants from France and Belgium, were brought to and imprisoned in Ohrdruf. A German doctor, von Eggeling, acted as the chief physician of the camp hospital, which at times had up to 1,000 beds.

Despite the efforts of the doctors and other medical personnel, many prisoners succumbed to their injuries and died in the camp. They were buried by their comrades in a newly-consecrated soldiers' cemetery. Finding an appropriate location for this new cemetery was not easy. On the one hand, it had to be near the camp, but on the other, it must not be too strong a presence for the other prisoners. A small valley at the confluence of the Hoppach and Ohra rivers proved to be the most appropriate location for the graveyard. In total, 654 prisoners were buried here:

• 7 Belgians

• 108 English

• 93 French

• 66 Italians

• 1 Pole

• 2 Portuguese

• 36 Romanians

• 334 Russians and

• 7 prisoners of unknown nationality

A member of the clergy of the deceased's religious confession attended each funeral and burial, and this practice was strictly observed. The body of each deceased prisoner was carried by a German military escort and saluted in the open grave.

The citizens of Ohrdruf cared for and maintained the soldiers' cemetery until after the Second World War. However, once the Ohrdruf military training ground was taken over by the Soviet army, the site was inaccessible to the public. Over the years the cemetery was therefore forgotten by most of the local people.

Following the withdrawal of the last Soviet troops in the autumn of 1991 the site was in a bad state of disrepair. The parts of the site that had not been vandalised had been left uncared for, and had gradually been taken over by nature over the forty years. Work to restore the whole site began in 1996 as a joint project between the Bundeswehr (German Federal Defence Force), the Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. (German War Graves Commission) and the town of Ohrdruf. The official re-opening of the site took place on 8 July 1998.

 

Das Sonderlager SIII Ohrdruf 1945

 

Nach der Auflösung des Kriegsgefangenenlagers im Frühjahr 1916 wurde das Gelände weiterhin zur militärischen Ausbildung genutzt. Auch zwischen den beiden Weltkriegen wurde der Truppenübungsplatz militärisch genutzt. So befanden sich hier Teile der Infanterieschule, eine Geländesportschule, eine Wehrmachtsoffiziersschule für Bataillons- und Abteilungskommandeure, eine Heeresschule und ein Artillerieregiment.

1943 wurde nördlich des Truppenlagers ein Wehrertüchtigungslager für Hitlerjungen errichtet.

Im November 1944 musste die Wehrmacht den Truppenübungsplatz binnen zweier Tage räumen. Das gesamte Areal wurde von der SS übernommen. Diese errichtete ein Außenlager des Konzentrationslagers Buchenwald, welches aus verschiedenen Teilen bestand. Das Wehrertüchtigungslager der Hitlerjungen wurde zum sogenannten Nordlager. Aus Teilen des Hauptlagers (ehemalige Pferdeställe) wurde das Südlager. Alles zusammen wurde das Außenkommando S III. Später wurden in der Muna bei Crawinkel die Bunkeranlagen als Unterbringung für Häftlinge genutzt und ein Zeltlager bei Espenfeld errichtet.

Die ersten 300 Häftlinge wurden am 06.11.1944 aus Buchenwald nach Ohrdruf überstellt. Bereits Ende des Jahres 1944 waren mehr als 10.000 Häftlinge in den Lagern, darunter überwiegend Russen, Polen und ungarische Juden sowie Franzosen, Tschechen, Italiener, Belgier, Griechen, Jugoslawen, Deutsche und Häftlinge ungeklärter Herkunft. Bis Ende März waren es an die 20.000 Häftlinge.

Aufgrund des Verwaltungschaos im Lager können keine genauen Zahlen über die Anzahl der Häftlinge und der Verstorbenen gemacht werden. Sie schwanken zwischen einer Lagerstärke von 5.197 am 30.11.1944, 12.250 Häftlingen am 29.12. 1944, 15.566 am 30.01.1945 und 11.008 im April 1945. Die Opferzahlen für direkt im Lager gestorbene oder getötete Häftlinge liegen bei ungefähr 6.000.

Die Häftlinge wurden in den Lagern zu Arbeitskommandos zusammengestellt und unter strenger Bewachung durch die Straßen getrieben. Hier wurden sie zum Teil in Busse und Bahnen verladen und in das Jonastal zur Arbeit transportiert.

„ In Ohrdruf [Anmerkung: gemeint ist die Baustelle im Jonastal ] wurde täglich mehr als 12 Stunden gearbeitet. Zum Ausgraben des Tunnels dienten zunächst primitivste Werkzeuge, z.B. Spaten und Pickel. Es war eine mörderische und gefährliche Arbeit. Die Bewachung wurde von SS-Leuten, die mit Pistolen, Stöcken und Hunden ausgerüstet waren, vorgenommen. Es befanden sich auch einige Zivilarbeiter unter ihnen. Mit Schreien und Schlägen wurden die ausgemergelten Häftlinge zur Arbeit angetrieben und wenn das nicht half, holte die SS die Pistolen und schoss erbarmungslos auf sie." (aus einem Bericht des ehemaligen polnischen Häftlings Leon Kolenda (BWA 31/1053).

Die Lebensbedingungen waren unmenschlich - unzureichende hygienische Bedingungen, Ungeziefer, TBC, Typhus und die erbärmliche Kälte auf dem freiliegenden Bergrücken raubten letzte Lebenskräfte. Häftlinge, die versuchten zu fliehen oder die das geforderte Tempo nicht leisten konnten wurden von ihren Peinigern erschlagen, erschossen oder erhängt. Die Verpflegung war sehr knapp und viele verhungerten bei der schweren Arbeit. Häftlinge, die für die Arbeit nicht mehr einsetzbar waren, wurden nach Bergen-Belsen oder Buchenwald verlegt oder einem eigens dafür errichtetem Krankenlager (einem Pferdestall) zugewiesen, wo sie ohne Essen und jegliche medizinische Versorgung auf ihren Tod warteten. Leichen wurden in einer Baracke gestapelt und mit Kalk überstreut. Am Hainberg in der Nähe des Nordlagers wurde eine Grube für ein Massengrab ausgehoben, in dem etwa 3.500 Opfer von anderen Häftlingen verscharrt werden mussten.

Am 01. April 1945 begann die plötzliche und schnelle Evakuierung des Lagers in Richtung Buchenwald, da die amerikanische Armee immer näher rückte. Um die Gräueltaten im Lager zu vertuschen, mussten Häftlinge die Toten aus den Massengräbern wieder herausholen, um sie dann haufenweise zu verbrennen. Dazu wurde eigens aus Eisenbahnschienen ein riesiger Rost gebaut.

Auf dem mehrere Tage dauernden Todesmarsch kamen viele Gefangene ums Leben. Nur der kleinere Teil erreichte Buchenwald, da Kranke und Schwache, die unterwegs nicht mehr weiter gehen konnten getötet wurden. Bereits am 02. April war das Lager geräumt.

Am 04. April erreichten erste amerikanische Bodentruppen Ohrdruf und Panzer der 4th U.S. Armored Division fuhren durch die Straßen und erreichten auch das Lager.

Der damals 20-jährige Sanitätswagenfahrer Jim Sanders beschreibt seine Gefühle beim Eintreffen im Lager:

„ Am Eingang befanden sich zwei große Stahltore, ungefähr 40 Fuß hoch mit einem angrenzenden Stacheldraht-Zaun an beiden Seiten. Hinter den Toren stoppend waren wir sprachlos - Leichen und verkohlte Körper lagen überall, in der Nähe von etwas wie Baracken, auf nacktem Boden, in Mulden. Auf den Eisenbahnschienen, die in das Lager führten (und dort endeten) waren Leichen hoch aufgetürmt, die nur teilweise verbrannt waren, so als wären sie mit Benzin übergossen worden, aber anscheinend nicht ausreichend, um diese entsetzliche Tat zu vollenden. Und der Geruch - der entsetzliche, penetrante Gestank. [...] Nicht eine lebende Seele konnte gesehen werden, mit Ausnahme von einigen amerikanischen Militärs, die gerade mit ihren Jeeps ankamen." (Jim Sanders: Saving Lives, Saving Memories: A 19-Year-Old Ambulace Driver in the Wake of Patton´s Army. 1. Auflage, Modesto 2009. ISBN 978-0-9655894-6-8. S. 85 f).

Das Lager in Ohrdruf war das erste seiner Art, dass die Amerikaner sahen und es wurde schnell zum Inbegriff nationalsozialistischer Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Am 12. April 1945 inspizierten die amerikanischen Generäle George S. Patton, Dwight D. Eisenhower und Omar Bradley gemeinsam das Lager. Eisenhower schrieb:

„Ich sah mir in dem Lager alles auf das Genaueste an, weil ich es für meine Pflicht hielt, mich so eingehend darüber zu informieren, dass ich jederzeit selbst Zeugnis über diese Dinge ablegen konnte, falls man daheim glauben sollte, die Berichte über die Unmenschlichkeit der Nazi seien reine Propaganda. Einige meiner Begleiter ertrugen den Anblick nicht lange. Ich hielt bis zuletzt aus, und sobald ich am Abend in Pattons Hauptquartier zurückgekehrt war, telegraphierte ich nach Washington und London und drang bei den Regierungsstellen darauf, man solle sofort ohne weitere Umstände eine Reihe von Zeitungsredakteuren und Volksvertretern nach Deutschland schicken. Ich hielt es für richtig, der Öffentlichkeit in Amerika und England diese Beweise unverzüglich zugänglich zu machen, und zwar so, dass für zynische Zweifel keine Raum mehr blieb." (Dwight D. Eisenhower: Kreuzzug in Europa, Amsterdam 1948, S. 467ff).

 

 

The "Outer Command" SIII Ohrdruf 1945

 

Following the dissolution of the prisoner of war camp in the spring of 1916, the site was once again used for military training purposes and it continued to operate as such throughout the interwar period. An infantry school, an outdoor obstacle course, an officer training school for battalion and division commanders, an army school and an artillery regiment were all located here.

In 1943 a military training camp for the Hitler Youth was built to the north of the existing complex.

In November 1944 the Wehrmacht (army) were given two days to withdraw from the camp and it was taken over by the SS. They converted it into a sub-camp of the Buchenwald concentration camp, which was comprised of different sections. The Hitler Youth training camp became known as the ‘North Camp' and former horse stables in the main training camp became known as the ‘South Camp'. Collectively the site was known as ‘Outer Command SIII'. Later, prisoner accommodation bunkers were erected in Muna, near Crawinkel, as well as a tent camp near Espenfeld.

The first 300 prisoners were sent from Buchenwald to Ohrdruf on 6 November 1944. By the end of the year there were more than 10,000 prisoners in the two camps, mainly Russians, Poles and Hungarian Jews, as well as French, Czechs, Italians, Belgians, Greeks, Yugoslavs, Germans and other prisoners of unknown nationality. By the end of March 1945, there were approximately 20,000 prisoners in Ohrdruf. Due to the inefficient administration in the camp, it is impossible to determine exact figures for how many prisoners there were, or how many of them died. There were an estimated 5,197 prisoners on 30 November 1944, 12,250 on 29 December 1944, 15,566 on 30 January 1945 and 11,008 prisoners in April 1945. The number of prisoners who died or were killed in the camp itself is estimated to be approximately 6,000.

The prisoners were organised into different work details and driven through the streets under heavy guard. From here they were loaded into buses and trains and sent to Jonastal to work.

In Ohrdruf [the construction site in Jonastal] work lasted for more than 12 hours every day. The most primitive tools, such as spades and pickaxes, were used to dig the tunnels. It was murderous and dangerous work. Surveillance was carried out by the SS men, who had pistols, batons and dogs. There were also some civilians who worked alongside them. The emaciated prisoners were driven to work with shouts and beatings, and when that didn't work the SS took out their guns and shot at them mercilessly. [From a report by Leon Kolenda, a former prisoner from Poland (BWA 31/1053)].

The living conditions were inhumane - low standards of hygiene, vermin, TB, typhus and exposure to the extreme cold resulted in the deaths of many prisoners. Prisoners who attempted to escape or those who could no longer work at the required pace were likely to be beaten, shot or hanged. The food rations were so small that many prisoners died of starvation, combined with the effects of the hard labour. Prisoners who were no longer able to work were sent to Bergen-Belsen or Buchenwald, and some of them were sent to the so-called ‘hospital camp' (a former horse stable), where they were left to die without food or medical care. The bodies of dead prisoners were piled up in one of the barracks and sprinkled with lime. At Hainberg near the North Camp, a large pit was dug for a mass grave, in which the bodies of approximately 3,500 victims were buried by their fellow prisoners.

With the US army fast approaching, the sudden and hasty evacuation of the camp to Buchenwald began on 1 April 1945. In an attempt to hide the atrocities that had been committed, the prisoners were forced to dig up the bodies from the mass graves and burn them. For this purpose, a large grill was built out of railway tracks.

The death march lasted for several days, with many prisoners dying along the way. Only a small proportion reached Buchenwald; the sick and those who were too weak to continue were killed during the march. The camp was fully evacuated by 2 April.

The first American ground troops reached Ohrdruf on 4 April and the tanks of the US 4th Armored Division drove through the streets of the town to reach the camp on the same day.

The then 20-year-old ambulance driver Jim Sanders describes his reactions on entering the camp:

At the entrance were two huge steel gates, about 40 feet high with a barbed-wire fence extending away on either side. Stepping inside the gates we were dumb-struck by bodies and charred corpses lying everywhere - near what appeared to be barracks, out on the open ground, in shallow pits. The rail lines running into the camp (and ending there) were piled high with bodies which were only partially burned, as if dowsed with gasoline, but obviously not enough to finish the horrifying job. And the smell - the horrendous, overpowering stench. [...] Not a living soul could be seen ... except for some American military personnel who had just begun arriving in jeeps. [Jim Sanders: ‘Saving Lives, Saving Memories: A 19-Year-Old Ambulance Driver in the Wake of Patton's Army'. First edition, Modesto 2009. ISBN 978-0-9655894-6-8, p. 85]

The camp at Ohrdruf was the first of its kind to be seen by the Americans, and it quickly came to epitomise the Nazis' crimes against humanity.

On 12 April 1945, the American generals George S Patton, Dwight D Eisenhower and Omar Bradley visited the camp. Eisenhower wrote:

I visited every nook and cranny of the camp because I felt it my duty to be in a position from then on to testify at first hand about these things in case there ever grew up at home the belief or assumption that ‘the stories of Nazi brutality were just propaganda.' Some members of the visiting party were unable to go through the ordeal. I not only did so but as soon as I returned to Patton's headquarters that evening I sent communications to both Washington and London, urging the two governments to send instantly to Germany a random group of newspaper editors and representative groups from the national legislatures. I felt that the evidence should be immediately placed before the American and British publics in a fashion that would leave no room for cynical doubt. [Dwight D Eisenhower, ‘Crusade in Europe', Baltimore 1997, p. 409]

 

Die Gedenkstätten am Massengrab am Hainberg und Hühnernest

 

 

In Gedenken an die Opfer der nationalsozialistischen Verbrechen im Lager SIII Ohrdruf

 

 

Nach der Ankunft der ersten amerikanischen Bodentruppen und Panzer der 4th U.S. Armored Division am 04. April 1945 im Lager boten sich den amerikanischen Soldaten an dieser Stelle so grausame Eindrücke, dass man beschloss, die führenden Generäle der amerikanischen Streitkräfte nach Ohrdruf zu holen.

Dies geschah und der Name Ohrdruf ging um die Welt. Die Amerikaner waren von der Grausamkeit der Nazis sehr schockiert. Deshalb veranlassten sie, dass auch die Bewohner der Stadt Ohrdruf sehen sollten, was auf dem Hügel in der Nähe ihrer Wohnhäuser geschehen war.

Zunächst wurden die Mitarbeiter der Stadtverwaltung und der Ohrdrufer Bürgermeister zum Lager gebracht. Dieser nahm sich, zusammen mit seiner Frau, in der darauffolgenden Nacht das Leben. Später wurden auch die überwiegend männlichen arbeitsfähigen Einwohner zum Nordlager gefahren. Sie wurden durch das gesamte Lager geführt und angehalten, die Opfer zu bergen und würdevoll zu bestatten.

Im Juli 1945 übernahm die sowjetische Armee den Truppenübungsplatz. Das Nordlager wurde zwischen 1952 und 1953 abgerissen und dem Erdboden gleichgemacht. Während der Zeit der sowjetischen Nutzung war es nicht möglich das Gelände zu betreten. Die Rote Armee errichtete diesen Obelisken in Gedenken an die Opfer, welche in einem Massengrab an dieser Stelle begraben wurden.

Da das Betreten des Platzes während der sowjetischen Besatzung nicht möglich war, wurde außerhalb des Geländes nach Möglichkeiten gesucht, den Opfern zu gedenken. In der Ohrdrufer Waldstraße wurde ein Mahnmal der Verfolgten des Naziregimes zum Gedenken an die im Lager ermordeten Kameraden errichtet. An diesem Gedenkort sind auch Gedenktafeln speziell für die französischen, belgischen und italienischen Opfer angebracht.

1984 wurde zur Erinnerung an die Todesmärsche im Frühjahr 1945 ein Todesmarsch-Denkmal an den Drei Teichen errichtet, auf dem die Strecken der Todesmärsche und Räumungsaktionen eingezeichnet sind.

Nach der Wende 1989 und dem Abzug der letzten russischen Einheiten 1991 übernahmen die Bundesvermögensverwaltung und ab 1993 die Bundeswehr das Gelände. Seitdem wurden die auf dem Gebiet befindlichen Gedenkorte schrittweise baulich saniert. Mit großem Engagement und Sorgfalt wurden so der Soldatenfriedhof aus dem ersten Weltkrieg und die beiden Gedenksteine für die Opfer des Außenlager SIII am Hühnernest und am Hainberg wieder hergerichtet und sind regelmäßig Ziel von Besuchergruppen und Ort für Gedenkfeierlichkeiten.

Die Stadt Ohrdruf selbst kann sich seit 2010 „Ort der Vielfalt" nennen, da sie sich mit vielfältigen Aktionen und Projekten für Vielfalt, Toleranz und Demokratie einsetzt.

 

The mass graves at Hainberg and Hühnernest

 

 

In memory of the victims of National Socialist crimes in the ‘SIII Camp' in Ohrdruf.

 

The first American ground troops and tanks from the US 4th Armored Division arrived in Ohrdruf on 4 April 1945. The soldiers were so shocked by what they saw that they called for the top US generals to come and visit the camp to see it for themselves.

The generals visited the camp and the news of what happened here was heard all around the world. The Americans were extremely shocked by the cruelty of the Nazis and therefore decided that the residents of the town of Ohrdruf should see for themselves what had happened on the hill so close to where they lived. First, the workers from the town administration and the mayor of Ohrdruf were brought to the camp. Following their visit to the camp, the mayor and his wife committed suicide. Later, men from the local area who were fit to work were brought to the North Camp and made to gather the bodies of the victims and give them a dignified burial.

The Soviet army took over control of the training ground in July 1945. The North Camp was razed to the ground between 1952 and 1953. It was not possible to visit the site during the time it was occupied by the Soviet army. They erected this obelisk in memory of those victims who were buried here in a mass grave.

As it was not possible to visit the site while it was occupied by the Soviet army, other locations were used to remember the victims. On Waldstraße in Ohrdruf a memorial was erected to commemorate those who were persecuted by the Nazi regime and those who were murdered in the camp. At this location, memorial plaques for the French, Belgian and Italian victims have also been erected.

A memorial for the victims of the death march of spring 1945, on which the route of the march is drawn, was installed at the Drei Teichen in 1984.

After the watershed of 1989 and the departure of the last Soviet soldiers in 1991, the site was first taken over by the German federal asset management authority, and then in 1993 by the Bundeswehr (German Federal Defence Force). Since then the various places of memorial throughout the site have gradually been restored. The soldiers' cemetery from the First World War and the two memorial stones for the victims of the SIII sub-camp in Hühnernest and Hainberg have been restored with great care and attention. They are visited regularly by groups of visitors and also play host to commemoration events.

Since 2010, Ohrdruf has referred to itself as a ‘Place of Diversity' due to the large variety of activities and projects organised to promote diversity, tolerance and democracy.

 

 

 

 

 

 

Ankunft der ersten Kriegsgefangenen - Arriving of the first prisoners of war

Ankunft der ersten Kriegsgefangenen - Arriving of the first prisoners of war

Marsch zum Ohrdrufer Truppenübungsplatz - March to the camp

Marsch zum Ohrdrufer Truppenübungsplatz - March to the camp

Die Poststation im Gefangenenlager - The post-office

Die Poststation im Gefangenenlager - The post-office

Verwundetet und Kranke wurden vom DRK versorgt - The DRC took care of wounded and sick persons

Verwundetet und Kranke wurden vom DRK versorgt - The DRC took care of wounded and sick persons

Das Kirchenzelt im Gefangenenlager - The church tent in the prison camp

Das Kirchenzelt im Gefangenenlager - The church tent in the prison camp

Einquartierung der ersten Gefangenen - Billeting of the first prisoners

Einquartierung der ersten Gefangenen - Billeting of the first prisoners

Zum Zeitvertreib wurde Fußball gespielt - Soccer as amusement

Zum Zeitvertreib wurde Fußball gespielt - Soccer as amusement

Rodeln im Winter - Luge in winter

Rodeln im Winter - Luge in winter

Das medizinische Personal aus Kriegsgefangenen - Medical personel from enemy states

Das medizinische Personal aus Kriegsgefangenen - Medical personel from enemy states

Direkter Blick vom Lazarett auf die Stadt Ohrdruf - Direct view from the military hospital to Ohrdruf

Direkter Blick vom Lazarett auf die Stadt Ohrdruf - Direct view from the military hospital to Ohrdruf

Beerdigung eines Kriegsgefangenen - Funeral of a prisoner of war

Beerdigung eines Kriegsgefangenen - Funeral of a prisoner of war

Der neu angelegte Soldatenfriedhof - The newly consecrated soldiers´cemetery

Der neu angelegte Soldatenfriedhof - The newly consecrated soldiers´cemetery

Ab 1996 wurde der Friedhof wieder hergerichtet - The resoration of the cemetery began in 1996

Ab 1996 wurde der Friedhof wieder hergerichtet - The resoration of the cemetery began in 1996

Einweihung der Anlage am 08. Juli 1998 - The re-opening of the site on 8. July 1998

Einweihung der Anlage am 08. Juli 1998 - The re-opening of the site on 8. July 1998

Seither ist der Friedhof wieder eine feste Größe im öffentlichen Leben der Stadt Ohrdruf - Since that time the cemetery became firmly established in the cities life and commemoration

Seither ist der Friedhof wieder eine feste Größe im öffentlichen Leben der Stadt Ohrdruf - Since that time the cemetery became firmly established in the cities life and commemoration

Ankunft der ersten amerikanischen Truppen - Arriving of the first American ground troops

Ankunft der ersten amerikanischen Truppen - Arriving of the first American ground troops

Das Lager mit Wachtürmen und Stacheldraht gesichert - The camp locked with watch towers and barberd wire

Das Lager mit Wachtürmen und Stacheldraht gesichert - The camp locked with watch towers and barberd wire

Die hygienischen Bedingungen waren katastrophal - The standards of hygiene were disastrous

Die hygienischen Bedingungen waren katastrophal - The standards of hygiene were disastrous

Das Lager war in großer Eile geräumt worden - The camp apparently evacuated in a hurry

Das Lager war in großer Eile geräumt worden - The camp apparently evacuated in a hurry

Fassungslos und entsetzt stehen die Amerikaner vor den Toten im Lagerbereich - Ther Americans standing stunned and horror-stricken in front of dead prisoners in the camp

Fassungslos und entsetzt stehen die Amerikaner vor den Toten im Lagerbereich - Ther Americans standing stunned and horror-stricken in front of dead prisoners in the camp

12. April 1945: Besuch der Generäle Eisenhower, Patton und Bradley in Ohrdruf - 12 April 1945: Visiting of the US-generals Eisenhower, Patton and Bradley in Ohrdruf

12. April 1945: Besuch der Generäle Eisenhower, Patton und Bradley in Ohrdruf - 12 April 1945: Visiting of the US-generals Eisenhower, Patton and Bradley in Ohrdruf

Reste des Lagers um 2000 - Camp remains 2000

Reste des Lagers um 2000 - Camp remains 2000

Ein Teil des Lagers wurde von Gestrüpp befreit - A Part of the camp was freed from brushwood

Ein Teil des Lagers wurde von Gestrüpp befreit - A Part of the camp was freed from brushwood

Angehörige auf den Spuren ihrer Väter - Relatives on the tracks of their fathers

Angehörige auf den Spuren ihrer Väter - Relatives on the tracks of their fathers

Veteranen am Eingang des ehemaligen Lagers - Veterans in front of the former camp enterance

Veteranen am Eingang des ehemaligen Lagers - Veterans in front of the former camp enterance

Die erste Informationstafel im Bereich des Lagers - The first information panel in the camp area

Die erste Informationstafel im Bereich des Lagers - The first information panel in the camp area

April 2010 - April 2010

April 2010 - April 2010

Charles Payne bei seinem Besuch im April 2010 - The visit of Charles Payne on April 2010

Charles Payne bei seinem Besuch im April 2010 - The visit of Charles Payne on April 2010

Überlebende von SIII im April 2011 - Survivers of SIII on April 2011

Überlebende von SIII im April 2011 - Survivers of SIII on April 2011

Das Gelände am Hainberg im April 1945 - The Hainberg area on April 1945

Das Gelände am Hainberg im April 1945 - The Hainberg area on April 1945

Amerikanische Soldaten vor den Massengräbern - American soldiers in front of the mass graves

Amerikanische Soldaten vor den Massengräbern - American soldiers in front of the mass graves

Eiligst hatten die Nazis versucht tote Häftlinge auf Gitterrosten zu verbrennen - The nazis tried to burn deas prisoners on a large grill built out of railway tracks

Eiligst hatten die Nazis versucht tote Häftlinge auf Gitterrosten zu verbrennen - The nazis tried to burn deas prisoners on a large grill built out of railway tracks

Amerikanische Soldaten am "Hühnernest" - American soldiers at "Hühnernest"

Amerikanische Soldaten am "Hühnernest" - American soldiers at "Hühnernest"

Männer aus Ohrdruf mussten die Gräben ausheben und die Toten würdig bestatten - Men from Ohrdruf digging the graves and burying the victims dignified

Männer aus Ohrdruf mussten die Gräben ausheben und die Toten würdig bestatten - Men from Ohrdruf digging the graves and burying the victims dignified