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Chronik verheerender Brände

Jahr

Ereignis

1184

brannte die im Jahr 980 erbaute Petrikirche ab. Auch alle Schränke, in welchen die Reliquien und ein Kasten, in welchem die Kostbarkeiten der Kirche an Gewändern und Gefäßen aufbewahrt wurden, verbrannten.

1248

führte Walter Schenk von Vargula mit verschiedenen Grafen in Thüringen, so auch mit den Grafen von Gleichen, Krieg und brandschatzte in dieser Zeit auch den Flecken Ohrdruf.

1449

als Friedrich der II. von Sachsen das Schloß Mühlberg vergeblich belagert hatte, plünderten die Soldaten des Kurfürsten Ohrdruf gerade am heiligen Weihnachtsabend und legten an verschiedenen Ecken Feuer an. Fast alle Häuser fielen der Wut des Elements zum Opfer, doch konnten die Michaeliskirche, ebenso ihr Kirchturm und das Gräfliche Schloß gerettet werden.

1493

brannte die „Niedermühle“ in der Löbergasse nieder. Bei dieser Gelegenheit gab der Stadtrat eine Feuerordnung heraus, in der bestimmt wurde, daß derjenige, bei dem das Feuer entstünde, eine Geldbuße von einem Gulden an den Magistrat entrichten sollte.

1498

wurden bei einem Brand im Marktviertel 87 Häuser, im Langgassenviertel 140 und im Burgviertel 78 Häuser in Asche gelegt.

1510

am Sonnabend nach Kreutzerfindung (Mai) schlugen plötzlich mittags 12 Uhr auf dem Markte aus einem dem alten aus Holz gebauten Rathause benachbarten Gebäude Flammen empor. In kurzer Zeit waren das Rathaus und die nahen Gassen nach der Langgasse zu eingeäschert. Die Chronik gibt die Zahl der abgebrannten Häuser mit 89 an.

1610

den 10. Juni „brandte zu Ohrdruf die Schmelzhütte ganz in Grund hinweg“

1653

am 3. Juni entstand gegen Mitternacht auf dem Markte „linker Hand, wenn man nach der Langgasse zu geht“, also an der Seite der Apotheke, die zweitgrößte Feuersbrunst, die Ohrdruf bis dahin heimgesucht hatte. Aus einem Haus am Markte an dem kleinen Brunnen schlugen plötzlich Flammen zum Himmel empor. In wenigen Stunden wurden 172 Wohnhäuser in Asche gelegt, darunter 30 Brauhöfe, das Archidiaconat, Schulhaus, Kaufhaus und die Fleischbänke, außerdem noch 100 Hintergebäude.

1657

den 14. Februar, entstand ein Feuer in der alten Stadt oder, wie man gemeinhin sagt, im alten Gehoven, bei dem 42 Wohnhäuser zu Grunde gingen.

1659

am 28. Februar, schlugen plötzlich abends gegen 7 Uhr die Flammen aus einem Hause in der Katzengasse zum Himmel empor. Zwar glaubte man des Feuers Herr geworden zu sein, jedoch am 5. März früh gegen 7 Uhr gingen die Flammen, entfacht durch starken Wind, wieder hoch und verzehrten 5 Wohnhäuser, 6 Scheunen und einige Ställe.

1660

am 9. Dezember nachmittags zwei Uhr schlug bei einem heftigen Gewitter ein Blitz in den Michaelis-Kirchturm ein und zündete. Nebenbei erhob sich ein gewaltiger Sturm, und schon gab man die Kirche auf. Nur einem braven Ohrdrufer Zimmermann ist es zu danken, daß damals die Kirche noch verschont blieb. Der Bürger Hartung stieg mit nassen Rindshäuten über dem Kopf in die brennende Spitze, haute die in Brand geratenen Säulen herunter, so daß sie nach dem Kirchbrunnen zu fielen, und rettete so Turm und Kirche vom Untergang. Der abgebrannte Teil war über 15 Ellen, also ungefähr 8,50 m lang. Am 12. Februar 1661 wurde die Turmspitze, jedoch um einige Ellen kürzer, zugebaut, und ein neuer kupferner Knopf mit den alten unversehrten Urkunden aufgesetzt.

1661

Es war am 13. September nachmittags 1 Uhr, als an der Westseite der Waldgasse bei heftigem Wind in einer Tischlerei Feuer auskam. Die Waldgasse, Lappengasse, die Häuser auf der Brücke, der größte Teil der alten Stadt über dem Wasser, die Wölfis´sche und Crawinkler Straße brannten völlig nieder. Die Zahl der Wohnhäuser belief sich auf 200, und die Verwüstung war so groß, daß man beim großen Brunnen an der Langgasse zu drei öden Stadttoren hin sehen konnte, zum Wald-, Crawinkler und Wölfis`schen Tor. Verursacht wurde der Brand durch einen Knaben, der mit einer Schlüsselpistole bzw. Schlüsselbüchse in einer Tischlerei die Sägespäne in Brand geschossen hat. Von dieser Zeit an ist alle Jahre im Monat September bis zum Jahre 1754 eine Buß- und Brandpredigt gehalten worden.

1706

wurden 800 Schweden für kurze Zeit in Ohrdruf einquartiert. Nach deren Abzug kam es in einem Haus vor dem Waldtor zu einem Brand, weil einer der Landsknechte Schießpulver in den Ofenlöchern versteckt hatte.

1719

präsentiert der aus Ohrdruf stammende Johann Christoph Beck in Leipzig aus Hanf gewebte Schläuche ohne Naht.
am 22. Juli desselben Jahres entstand gegen 10 ¼ Uhr nachts ein großes Feuer in dem Haus neben der Apotheke am Marktplatz. „Alle aneinander gebauten Gebäude des Marktes, der Fleischgasse, der Kirchgasse, bis hinter das Rathaus, wurden in Asche gelegt. Gleichsam das Herz der Stadt mit den besten Wohnhäusern fiel dem wütenden Element zum Opfer. Es waren insgesamt 19 Wohnhäuser. Durch die Nähe des Feuers war das Rathaus in großer Gefahr, besonders da schon das Türmchen mit der sogenannten Steuerglocke und der Erker nach dem Markte zu Feuer gefangen hatten.“

1724

am 22. Juni gegen Mittag verdunkelte sich plötzlich der Himmel, es fielen einzelne Tropfen Regen und ein Blitz zuckte und schlug ein. Sofort brannte es am Ende des Querleichs und gleichzeitig an zwei anderen Ecken der Stadt. Binnen 6 Stunden wurden 102 Wohnhäuser im alten Gehofen, auf dem Schindsleich und im Querleich nebst der gräflichen Schäferey und der Ratsmahlmühle eingeäschert.

1753

am 27. November, nachts 2 Uhr, entstand das Feuer im Querleich, in einer Scheune, dem Backhause gegenüber. Ob das Feuer angelegt worden oder ob es auf Verwahrlosung zurückzuführen ist, weiß man natürlich nicht. Der damals stark wehende Sturmwind trieb die Flammen sogleich über die Stadtmauern an die daran stoßenden Gebäude der Lappengasse. Als man eifrig bemüht war, dem Feuer Einhalt zu tun, ging zu gleicher Zeit an zwei verschiedenen anderen Orten der Stadt Feuer auf. In wenigen Stunden war der größte Teil von Ohrdruf eingeäschert. Aus den Nachbarorten kam Hilfe, sogar Gotha schickte Unterstützung. Aber menschliche Macht konnte gegen die gewaltige Hitze nichts ausrichten. Gegen Morgen standen alle Gebäude der Kirchgasse, linker Hand, wenn man zum Rathaus sieht, mit ihren Hintergebäuden und Scheuern in Flammen. Von hier trieb sie der heftig wehende Wind gegen den Kirchturm und erfaßte zuerst die beiden Säulen, auf denen die Schlagglocke ruhte.
In der Vorstadt: im Querleich verbrannten 34 Häuser, nur 3 Häuser am langen Leich blieben erhalten

In der Stadt:

in der Lappengasse

39 Häuser

in der Langengasse

45 Häuser auf beiden Seiten

in der Fleischgasse

3 Häuser

in der Schulgasse

9 Häuser

auf dem Endleich

16 Häuser

in der Kirchgasse

17 Häuser

in der Katzengasse

13 Häu ser

in der Löwengasse

31 Häuser

in der Löbergasse

26 Häuser

in der Frischbiergasse

10 Häuser

in der alten Stadt

links der Ohra, wiederum

29 Häuser und das Neuensteinische Vorwerk beim Schloß mit allen Futtervorräten

Insgesamt

262 Häuser

Hinzu kamen 14 beschädigte Häuser und 76 Scheunen.

1758

den 17. Juli, schlug nachmittags 2 Uhr das Wetter in hiesige Gräfliche Schäferey ein, just da ein Fuder Heu in die Scheunen gefahren wurde. Der Blitz zündete sogleich das Heu, und die Flammen verzehrten alle Ställe und Scheuern von Grund auf, die Wohnung des Schäfers blieb vom Feuer verschont. Bei dem Schlag fiel ein Bürger und Metzger namens Georg Andreas von Hof, der, um dem Regen zu entgehen, unter das Wölfiser Tor trat, tot zu Boden. Man weiß nicht, ob er nun vom Blitz oder vom Schrecken getötet wurde.

1766

ereignete sich in des Schneiders Ellrich Haus am Markt eine Pulverexplosion, weil der Hauswirt mit Pulver experimentierte. Der Schneider und seine Frau wurden bei dem Unglück, wie es heißt, „ziemlich beschädigt“, die Fenster aber flogen bis gegen das Albrechtsche Haus.

1806

In der Nacht zum 21. November kam die Stadt mit dem Schrecken davon. Als etwa 100 durchziehende französische Artilleristen auf ihrem Weg von Schmalkalden nach Erfurt hier Halt machten, wurden die Pulverwagen auf dem Marktplatz abgestellt. In der Nacht entstand auf der Burg, in der Scheune des Ökonom Aschenbach, Feuer. Die Franzosen schafften mit der größten Geschwindigkeit die Pulverwagen aus der Stadt und waren zur Löschung des Feuers sehr hilfreich. Das Feuer brannte vorwärts, ergriff zuerst ein Seitengebäude und dann ein daneben stehendes Wohnhaus, wo es zum Glück gelöscht werden konnte.

1808

„Es war in der Nacht vom 5. zum 6. Januar des Jahres, als kurz nach 1/2 12 Uhr die Bewohner des Ortes durch das Abfeuern der Alarmkanone auf dem Wachhöge (Wölfiser Berg) und durch Glockengeläute aus dem Schlafe geweckt wurden. Das Feuer aber, dem die Löschversuche keinen Einhalt tun konnten, verbreitete sich in kurzem nicht nur auf die benachbarten Wohnstätten, sondern sprang auch auf die gegenüberstehenden Häuser über, von denen acht nach dem Brande nicht wieder aufgebaut werden durften. Infolge der alsbald entstandenen unerträglichen Hitze mußten Rettungsleute und Spritzen aus der engen Gasse zurückgezogen werden und ihre Tätigkeit auf den Schutz der stark gefährdeten Gebäude des Kurzen Leiches und der Waldstraße beschränken. Während nun anfangs das Feuer nach dem Waldtore und nach dem Kurzen Leich zu sich ausdehnte, änderte sich plötzlich die Luftrichtung, und aus dem bisher mäßigen Winde wurde ein heftiger Sturm. Ein dichter Funkenregen ergoß sich nunmehr sogleich über das Terrain nördlich der Zimmermannsgasse und gefährdete die dort errichteten, mit Heu und Stroh gefüllten Scheunen der Bewohner der westlichen Marktseite. Insbesondere war die Scheuer der Erben des verstorbenen Bürgermeisters und Stadt-Chirurgus Wechmar bedroht, zu deren Schutz sofort die erforderlichen Maßnahmen getroffen wurden. Mittlerweile hatte das Feuer auch in nördlicher Richtung Schaden angerichtet. Von dem durch Flugfeuer in Brand gesetzten Madlungschen Eckhause aus hatte es sich nicht nur auf die Gebäude der oberen Katzengasse ausgedehnt, sondern auch Wohnhäuser der westlichen Kirchgasse ergriffen. Dadurch wurde das bereits von zwei Seiten aus gefährdete Rathaus in eine noch gefährlichere Lage gebracht. Vergebens versuchte man das prachtvolle, im Jahre 1546 von dem Ohrdrufer Baumeister Valentin Kirchhof im Renaissancestil errichtete Gebäude zu retten, das mit seinem Schmuckgiebel, seinem Erker und seinen zwei Glockentürmchen die Augen aller Fremden entzückt hatte. Durch die zahlreichen Dachluken fand die Glut Eingang in den Bodenraum, setzte den Dachstuhl in Brand und drang von oben her in alle Räume ein, wo sie ein entsetzliches Zerstörungswerk verrichtete.
Durch den großen Brand wurden nach zuverlässiger Angabe 202 Wohnhäuser nebst Zubehör teils völlig zerstört, teils mehr oder minder beschädigt."

1833

am 30. Juni etwa ¾ 9 Uhr erschreckte ein heftiger Blitz und Donnerschlag, dem bald mehrere folgten, die Stadt, und der augenblickliche Ruf: Feuer! Schnell ergriff nun die Flamme die an die Scheuern anstoßenden Seiten- und Hintergebäude rechts und links; und kaum hatte man angefangen zu retten, zu löschen und zu helfen, als abermals ein Blitz (oder Flugfeuer) das Haus des Tuchmachers Keitel mitten in der Wölfiser Gasse auf der nördliche Seite traf und zündete, welches jedoch, und mit ihm wahrscheinlich diese Ganze Seite, und wer weiß, wie viel sonst noch? – durch schnelles Abdecken des Daches und die äußerste Tätigkeit gerettet wurde. Insgesamt verbrannten 16 Häuser.

1848

am 4. Oktober, war das Stadtzentrum abermals vom Feuer bedroht. Als in den Hintergebäuden des Gasthauses „Sächsischer Hof“ und im Hof des Kaufmanns Piutti ein Feuer entstand.

1855

am 6. November, kurz vor 6 Uhr, „brach hier unter der Hähnelsgasse, im Hartmann`schen Hause ein Feuer aus, welches in wenigen Minuten zehn Wohnhäuser mit Seiten- und Hintergebäuden in Asche legte und ein Haus stark beschädigte.

1864

am Abend des 30. September entstand ein Feuer auf dem Langen Leich und vernichtete 30 Häuser und 118 Ställe. In nur 15 Minuten ergriff das Feuer den westlichen Teil des Langen Leiches mit seinen zahlreichen eng aneinanderstehenden Hintergebäuden und den mit reicher Ernte gefüllten Scheunen. In der Gluthitze hat man eine brennende Speckseite durch die Luft fliegen sehen, welche in der östlich gelegenen Scheuer des Ökonom Weißensee zündete, und nach Verlauf einer halben Stunde hatte man das furchtbare Schauspiel, eine 40 bis 60 Schritt breite Straße rechts und links mit 35 Wohnhäusern und nahe 100 Scheuern und Hintergebäuden in vollen Flammen stehen zu sehen, Flammen, die man bei dem tiefdunklen Himmel in Gotha, Erfurt und Weimar, und bis weit über den Thüringer Wald, selbst in Coburg, gesehen hat.

1871

am 15. August früh gegen halb fünf signalisierten drei nacheinanderfolgende Alarmschüsse abermals Feuer in unserer Stadt. Das Feuer ist gegen halb 3 Uhr auf dem Langen Leich bei dem Bäckermeister Amling ausgekommen, hat über und unter dessen Besitzung um sich gegriffen und bis früh 8 Uhr, als man des Feuers Herr wurde, 9 Wohnhäuser nebst Wirtschaftsgebäuden in Asche gelegt.

1872

am 8. Juni morgens 9 Uhr zündeten 3 Lehrlinge des Schlossermeisters Roth Pulver an, und durch Abspringen eines Funkens entzündete sich eine in der Nähe befindliche größere Menge Pulvers. Dadurch wurden nicht nur die Jungen erheblich verletzt, sondern es wurde auch das kleine Hintergebäude, in welchem sich die Werkstatt befand, in die Luft gesprengt.

1874

am 8. März, Abend 8 Uhr, entstand ein Feuer in der Scheuer des Schuhmachermeisters Ernst Knorr, neben Geschwister Schreiber, Kurzes Leich, ein Feuer, welches 12 Wohnhäuser, 9 Scheunen und Hintergebäude einäscherte.

1891

am 14. Mai wurde das nächste Brandunglück in der Stadt vermeldet: „Ein haarsträubender Unglücksfall hat am Mittwoch Abend die Familie des Herrn Schuhmachermeisters Kallenberg in der Haberlandgasse hier betroffen. Die neunjährige Tochter Clara benutzte beim Feueranbrennen Petroleum, das im Blechkännchen explodierte, und im Augenblick waren die Kleider des armen Mädchens in Flammen. In Folge der Brandwunden und eines dazukommenden Schlaganfalls ist das Kind bereits gestern früh ½ 9 Uhr von seinen schrecklichen Leiden durch den Tod erlöst worden.“

1896

am 28. Februar, brach in einer der gefüllten Scheuern des Herrn Metzgermeisters Chr. Hertel und Bierbrauereibesitzers Val. Nonn Feuer aus und griff mit so großer Schnelligkeit um sich, daß beim Eintreffen der Feuerwehr auch schon die nebenan befindlichen Scheuern der Herren Privatier Bussewitz, Metzgermeister Ernst Kirchner, sowie das Blumenberg´sche Haus in Flammen standen.
In der Nacht vom 6. zum 7. Juli tönte kurz nach 12 ½ Uhr der Feuerruf in den Straßen der Stadt, das zum Gasthof zum „Thüringer Hof“ gehörige Nebengebäude sowie Scheuer mit vielem Heuvorrath und das Heckrodt´sche Wohnhaus in der „Neuengasse“ standen in Flammen. Trotz völliger Windstille griff das Feuer aber mit rasender Geschwindigkeit um sich, so daß in kurzer Zeit schon die Scheuer und Hintergebäude der Frau Witwe Hofmann, Witwe Rudloff, Herrn Kreuch, und I. Reinhardt in Flammen standen, auch das der Frau Witwe Staudigl geborene Ratzmann gehörige Orgelhaus wurde vollständig eingeäschert.

1903

am 23. Februar entstand ein großes Schadensfeuer, dessen Folgen heute noch das Stadtbild ganz wesentlich prägen. Das Feuer entstand in der Scheuer des Hauses Reinhardsbrunner Straße 5. „...welches sich in Folge des herrschenden Sturmes mit rasender Geschwindigkeit über die danebenstehenden Hintergebäude, Scheunen und Wohnhäuser der Herren Kirchner, Handarbeiter Philipp Kalbitz, Sattler Alexander Fischer, Fuhrmann Witzel und Spediteur Louis Rasch in der Bahnhofsstraße verbreitete und diese vollständig in Asche legte.
Das zweite große Schadensfeuer des Jahres 1903 brach in der Nacht zum Sonntag, dem 19. Juli 12 ½ Uhr, in dem neben der Bähr- und Pröschildschen Porzellanfabrik in der Gothaer Straße gelegenen Gut „Coburger Hof“ des Herrn Oskar Beyreiß aus. Das Großfeuer ergriff sämtliche Ökonomiegebäude bis auf das Wohnhaus und eine abseits stehende Doppelscheuer und legte diese in Asche.

1907

Im Januar des Jahres sind 2 Brände vermerkt, beide sind als Brandstiftung nachgewiesen. „In der Nacht zum 5. Januar wurde Feuer in einer Scheune des Postschaffners Grebhan in der Arnstädter Straße 4 gelegt, welche binnen kurzer Zeit von den Flammen verzehrt wurde. Dem tatkräftigen Eingreifen der Feuerwehr, die mit 5 Strahlrohren reichlich Wasser zuführen konnte, war es zu danken, daß das Feuer nur bedingt auf die angrenzenden Wohnhäuser übergreifen konnte.
Schon drei Wochen später, am 28. des Monats, wurden von ruchloser Hand die mit Futtervorräten gefüllten Scheunen des Herrn Fruchthändlers Ed. Eckold, des Metzgermeisters Schmücking sowie die der Firma Kley und Hahn vom Friedhof aus in Brand gesteckt. Auch die anstoßende Wagenremise zur städtischen Leichenhalle wurde vom Feuer ergriffen und in Asche gelegt.

1929

am 16.2. brach in der Schreinerei-Abteilung der Spielwarenfabrik Jäger & Co. Feuer aus, das außerordentlich schnell um sich griff und diese sowie die angrenzende Lackiererei und den darüber liegenden Lagerraum vernichtete. "... Die Feuerwehr hatte ungemein harte Arbeit zu leisten, um des Feuers Herr zu werden. Gegen 9 Uhr jedoch dürfte die Macht des Feuers als gebrochen angesehen werden. Unsere Motorspritze war trotz der Kälte rasch zur Stelle und schleuderte aus drei Schlauchleitungen die Wassermassen aus dem Marktbrunnen in die Flammen.“ Die Witterungsbedingungen waren mit - 26°C so gravierend, daß nach dem Einsatz 18 Schlauchleitungen unbrauchbar waren.

1940

am 5. Januar halb nach 23 Uhr, wurde die Einwohnerschaft durch Feuersignale aus dem Schlafe geschreckt. Feuer war in den hinteren Gebäuden der unteren Waldstraße ausgekommen, das sich sehr schnell zu einem Großfeuer bis zur Lindenaustraße entwickelte. Das Feuer drückte zuerst nach der Vorderfront der Unteren Waldstraße zu. Die Vorderhäuser konnten zwar gehalten werden, aber die Flammen fraßen sich rasch nach den Hintergebäuden des „Deutschen Kaiser“ durch.

1944

am 12.05. brannte es in der Flachsverwertungs-GmbH Ohrdruf.

1945

am 6. Februar starben bei einem Bombenangriff 68 Bürger der Stadt in den Trümmern ihrer Häuser. Die Sprengkraft der eingesetzten Bomben war so gewaltig, daß zentnerschwere Steine der zerstörten Michaeliskirche bis auf die andere Seite der Ohra geschleudert wurden. An verschiedenen Stellen der Stadt erschwerten Brände die Rettungsarbeiten. So brannte z.B. der untere Teil der Brückenstraße. Auf dem Gehöft der Familie Fließ war der Schafstall in Brand geraten. Dem Einsatz des Gutspächters Holder, der in letzter Minute den Verschlag des Stalls öffnen konnte, ist es zu danken, daß 192 Schafe zum Teil schon brennend noch den Weg ins Freie fanden. Über 400 Schafe verbrannten oder wurden durch herabstürzende Trümmer erschlagen.

1947

am 2. September vernichtete ein Schadensfeuer zahlreiche Häuser an der Heuwaage.

1968

am 31 Januar entstand ein Wohnungsbrand, in dessen Folge ein 2 ½ jähriger Junge seinen Brandverletzungen erlag.

1982

am 5. September, um 0.45 Uhr kam es durch fahrlässigem Umgang mit Zigarettenasche zu einem Brand im Jugendheim in der Reinhardtstraße. Nach Abschluß einer Tanzveranstaltung wurden die Aschenbecher in einen Plasteeimer entleert. Die zum Teil noch glimmenden Zigarettenreste entzündeten sich und verursachten einen Gesamtschaden von 12.000 Mark. Weitaus schlimmer war allerdings die Tatsache, dass die Jugendlichen der Stadt für geraume Zeit wieder ohne ein eigenes Domizil dastanden.

1989

am 9. August brannte ein Wohnhaus in der Goethestraße. Die Feuerwehr hatte große Mühe, ein Übergreifen der Flammen auf die Nachbargrundstücke zu verhindern. Die Hitzeentwicklung und der Funkenflug waren so mächtig, daß man schon damit begann, Dächer und Dachböden der Häuser auf der gegenüberliegenden Straßenseite mit Wasser zu besprengen.

1999

am 20. Dezember entstand ein Brand in einem kunststoffverarbeitenden Betrieb am Rande der Stadt. Durch starke Rauch- und Rußentwicklung – mit toxischen Bestandteilen belastet - und 20 bis 30 Meter hohen Flammen bestand eine akute Gefahr für die Anwohner in der Nachbarschaft.

Ein Beschreibung des Stadtbrandes von 1753

Ein Beschreibung des Stadtbrandes von 1753

Der Stadtbrand von 1808 auf einer zeitgenössischen Zeichnung

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Kameraden der FF Ohrdruf um 1880

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Brand in der Möbelfabrik von Georg John in der Weidigstraße

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Die Spielwarenfabrik Jäger & Co. Ohrdruf am Marktplatz nach dem Brand 1929

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Zwei Bilder von einer Feuerwehrübung in den 1940er Jahren

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Die Betriebsfeuerwehr des Lederwarenherstellers Ensink bestand am Ende des 2. Weltkrieges überwiegend aus Frauen

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Zwei Bilder vom Brand im Flachswerk Ohrdruf im April 1945

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Großbrand an der Heuwaage am 02. September 1947.

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Die Freiwillige Feuerwehr bei einer Technikschau 1948

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Brand eines Strohschobers in der Crawinkler Straße

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Wohnungsbrand in der Goethestraße 1989

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1993 Brand des Wohnhauses Lindenaustrße 7

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Zwei Bilder vom Brand im Hotel "Deutscher Kaiser" im Sommer 2002

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Zwei Bilder von einen Kunstoffbetrieb in der Scherershüttenstraße

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2005. Das ehemalige "Lederohr" geht in Schutt und Asche

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Großbrand beit MKT im Gewerbegebiet

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