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Herzog-Alfred-Gedächtniskirche

Herzog Alfred Gedächtniskirche Luisenthal

Die Historie der Kirchgemeinde ist mit der Entwicklungsgeschichte der drei Walddörfer untrennbar verknüpft.

Die Bewohner von Stutzhaus mussten früher zum Gottesdienst nach Gräfenhain wandern. Das bedeutete einen Fußmarsch von etwa 1 ½  Stunden. Besonders traf es die Kinder, die in ihre Kirchorte zur Schule gehen mussten.

Die beschwerlichen Kirch- und Schulwege erweckten den Wunsch nach einem eigenen Schulhaus mit Betsaal. Die Gemeinden Schwarzwald und Stutzhaus erhielten 1664 die Genehmigung, am Streitberg für beide Gemeinden ein solches Gebäude zu errichten. Im unteren Stockwerk befanden sich die Schulräume, im oberen der Kirchsaal.

Von nun an kamen abwechselnd die Pfarrer von Wölfis und Gräfenhain, um dort Gottesdienst zu halten. In der Person Christoph Hähners erhielten 1717 die beiden Orte ihren eigenen Pfarrer. Er wohnte im Schulhaus und hatte den Schulunterricht mit zu übernehmen. "In Ermangelung einer Glocke musste jedes mal ein Schulknabe dreimal um den Ort laufen und mit einem Pfeifchen der Gemeinde das Zeichen zum Gottesdienst geben", berichtet der Chronist. Später hielt die Gemeinde auf dem Hammerstein am Streitberg einen kleinen Glockenturm, in dem eine von Herzog Friedrich II. gestiftete Glocke hing.

Bald reichte der Kirchsaal in der Schule nicht mehr aus. So kam es zu dem Beschluss auf der Pfarrwiese unterhalb des Hammersteins am Fuße des Streitberges eine eigene Kirche zu bauen. Im Jahr 1719 wurde sie eingeweiht. Da das Gotteshaus zu zwei Dörfern gehörte, galt darin eine besondere Sitzordnung: die Schwarzwälder saßen auf der Südseite, die Stutzhäuser auf der Nordseite. Diese Sitzordnung hat sich zum Teil bis heute erhalten.

Nachdem, das an gleicher Stelle stehende aus dem Jahre 1719 stammende Gotteshaus im Jahre 1900 wegen Baufälligkeit abgerissen werden musste, sahen sich die Orte Scharzwald und Stutzhaus ohne Aussicht auf ein neues Kirchengebäuden. Weder die eigenen noch die in Aussicht gestellten staatlichen Mittel reichten zur Finanzierung eines von Baurat Quentin aus Pirna entworfenen Nachfolgebaus. Noch im selben Jahr verstarb Herzog Alfred von Sachsen-Coburg Gotha. Seine Witwe, die russische Zarentochter Marie Alexandrowna, nahm sich nun des Kirchebaus an und unterstützte diesen großzügig. Das Engagement der Herzogin für den Kirchenbau wurde daraufhin auch von anderen Königshäusern unterstützt, die nun ihrer seit im Gedenken des Herzoges Geld für den Kirchenbau zur Verfügung stellten.

So erhielt die Kirche zur Einweihung am 1. November 1903 den Namen "Herzog-Alfred-Gedächtniskirche". Im Jahre 1926 baute die Gemeinde neben der Kirche ein neues Pfarrhaus, dennoch wird der "Hög" mit dem alten Pfarrhaus heute noch "Pfarrhög" genannt. Artilleriefeuer am Ende des zweiten Weltkrieges richtete auch an dieser Kirche erheblichen Schaden an, der aber bis zur 50-Jahr-Feier 1953 im wesentlichen behoben werden konnte. Die kleine lebendige Kirchgemeinde hat viel getan, um ihr Gotteshaus zu erhalten.

In den Sommermonaten ist die Kirche von morgens bis abends geöffnet und lädt zur Einkehr ein, zur Stille bei aller Hast und Eile des Alltags.

Kirmes 1928 - die Kirche im Hintergrund.

Kirmes 1928 - die Kirche im Hintergrund.

Die Kirche vom Pfarrhög gesehen.

Die Kirche vom Pfarrhög gesehen.

Ein Kirchenfenster.

Ein Kirchenfenster.

Ansicht von Süden.

Ansicht von Süden.